Piraten: Verfehlte Bildungspolitik ist gesellschaftlicher und volkswirtschaftlicher Selbstmord

Graz/Wien, 11. November 2012. „Die Regierung muss endlich erkennen: Bildung ist die Grundlage der Gesellschaft sowie die Voraussetzung für eine florierende Wirtschaft und eine lebendige Demokratie“, gibt sich Florian Lammer von den Unipiraten, der Studierendenfraktion der Piratenpartei Österreichs, in einer Presseaussendung vom Sonntag abend erzürnt über die Ausweitung der Zugangsbeschränkungen und die erneut beschlossenen Studiengebühren.

„Andrang auf Bildungseinrichtungen muss als große Chance für die Gesellschaft, nicht als störender Kostenfaktor verstanden werden“, fordert Lammer. „Durch die neuen Schikanen ist darüber hinaus keine nennenswerte Verbesserung der prekären finanziellen Lage der Universitäten zu erwarten.“ Die Piraten fordern stattdessen den freien Zugang zu Bildung für alle und die sofortige Erhöhung des Hochschulbudgets auf 2 Prozent des BIP.

„Dass ausgerechnet Zukunftsstudien wie Informatik, die über das MINT-Projekt seitens der Regierung stark beworben werden, nun von der Ausweitung der Zugangsbeschränkungen betroffen sein sollen, ist völlig unverständlich“, meint Lukas Daniel Klausner, Mitglied im Bundesvorstand der Piraten.

„In Österreich wird ohnehin deutlich weniger in Bildung investiert, als die OECD empfiehlt. Mit diesen Entscheidungen rücken wir im internationalen Vergleich noch weiter nach hinten“, so Klausner. „In diesem für unsere Zukunft essenziellen Bereich noch weiter zu sparen ist nichts Geringeres als schleichender volkswirtschaftlicher Selbstmord.“

Kritisch zeigen sich die Piraten auch gegenüber der Verdoppelung der Gebühren für Studierende aus Drittstaaten. „Diesen Studierenden wird der freie Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt. Mit der erneuten Erhöhung ihrer Studiengebühren wird nun zementiert: Aus Sicht der Regierung sind an unseren Unis, zumindest was Bürgerinnen und Bürger aus Nicht-EU-Staaten betrifft, nicht schlaue und fleißige Menschen, sondern primär Kinder reicher Eltern erwünscht“, kritisiert Christopher Clay, ebenfalls Mitglied des Bundesvorstands.

 

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